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Höchster Bungee Jump in Europa – Der Verzasca Damm

BY Kevin

Im Sommer 2022 war es endlich soweit, der höchste Bungee Jump in Europa stand auf dem Plan. Der freie Fall aus 220 Meter stand schon lange auf der Bucket List und wartete nur auf seinen Haken. 

Bei unserem Kurztrip zum Lago Maggiore lag der Verzasca Staudamm in der Südschweiz so gut wie auf dem Weg. Also online eingebucht, vorbeigefahren, gesprungen, happy gewesen. Naja! So locker wie es sich hier schreibt, war es in dem Augenblick dann doch nicht.

Alles was du über den Sprung wissen musst und was es heißt über sieben Sekunden freien Fall zu erleben, erfährst du in diesem Beitrag.

James Bond 007 Bungee Jump

Staudamm in der Schweiz

Der Sprung selber ist nicht nur wegen seiner schwindelerregenden Höhe von 220 Metern so berühmt. Im James Bond Film „Golden Eye“ springt James relativ entspannt vom Staudamm und schießt sich am tiefsten Punk mit einer Art Harpune am Boden fest. (Den Harpunen-Teil hab ich mal weggelassen). 

Nach dem James Bond Film wurde dieser Sprung, dessen Höhe damals Weltrekord war, so gehypt, dass er in vielen Filmen und Fernsehsendungen wiederzusehen war.

Höchster Bungee Jump in Europas liegt in Tessin

Der Staudamm liegt im schönen Verzascatal südlich in der Schweiz. Im Kanton Tessin / Ticono betreut das 007bungy – Team für Wagemutige den Sprung in die endlose Tiefe.

Stausee in Tessin

Von Freiburg sind es ca. vier und von München etwa fünf Autostunden. Der Trip zum Jump lässt sich also optimalerweise mit einem Kurzurlaub verbinden. Der Lago Maggiore, Lago di Como oder der Lunganer See sind alle nur einen Steinwurf entfernt.

Mein Sprung ins Verzasca-Tal

Anreise zum Sprung in der Schweiz

Nach einem langen Wochenende in Norditalien geht es für uns zurück nach Deutschland. Hinter Locarno nehmen wir die Via Valle Verzasca und schlängeln uns parallel zum Wasser die Straße hoch.

Schon um 14 Uhr erreichen wir den Damm, der schon aus dem Auto furchteinflößend monströs wirkt. Die Parkuhr verlangt uns stabile 2 CHF pro Stunde ab, bevor wir uns dem Ort des Geschehens nähern. Schon von Weitem hören wir Schreie die teils euphorisch als auch teils qualvoll klingen.

Bungee Jump Check-In

Ich habe meinen Sprung um 16:00h gebucht und bin daher noch entspannt, wobei mir doch ein mulmiges Gefühl kommt, wenn ich sehen wie nah die Leute an der Wand entlang fliegen. Die einen machen es souverän mit einem Freudenschrei, die anderen scheinen komplett ohne Körperspannung ihr Schicksal der guten Sicherung zu überlassen.

Je näher wir der „Jump-Station“ kommen, desto ehrfürchtiger wird das „Let´s go!“ Ich will eigentlich nur kurz an der Theke Bescheid geben, dass ich für den 16 Uhr Sprung da bin. Das junge Mädel teilt mir allerdings mit, dass es in wenigen Augenblicken schon losgehen kann, wenn ich bereit wäre. Ähhhh, ok!

Kurz noch auf die Waage gesprungen, damit die Seilfestigkeit auch stimmt und ebenfalls die Go-Pro hinzugebucht. Eine eigene Actioncam darf man leider nicht verwenden und muss für 39 CHF (derzeit ca 38 Euro) die Cam vom Team dazubuchen. Diese bekommst du ums Handgelenk geschnallt, um den entspannten Gesichtsausdruck beim Fall festzuhalten.

Die Einweisung für den höchsten Bungee Jump Europas

Ich beobachte noch ein paar weitere Sprünge ehe ich in das Sprunggeschirr schlüpfe. Ebenso wird Linda zunehmend nervöser und rennt mit der Kamera von links nach rechts. Sie hat die Aufgabe eine ruhige Hand zu behalten und den Sprung von der Brüstung zu filmen.

Ich nehme Platz auf einer Gartenliege auf der mir neben dem vorhandenen Geschirr, die Manschetten für die Waden angelegt werden. Jetzt heißt es Theorieübung: Nach meinem Sprung wird zusätzlich ein Stahlseil abgelassen, welches ich auf keinen Fall fest umgreifen darf. Von daher nur die Spitzen von Daumen und Zeigefinger schließen, sodass der Guide die Höhe für den Karabiner abschätzen kann. Mit diesem soll ich mich nach dem Auspendeln einhaken und an einem zusätzlichen Seil in die Waagerechte ziehen. Wird schon irgendwie klappen, denke ich mir.

Mein Verzasca Bungee Sprung

Linda muss den netten Norweger, der vor mir dran ist ebenfalls filmen und ist schon komplett aus dem Häuschen. Dann ist mein Sprung an der Reihe. Ich gehe die Sprungstation hoch und ein netter Neuseeländer begrüßt mich euphorisch. Er checkt die Gewichtsangabe die auf meinen Handrücken steht, kontrolliert nochmal alle Gurte und klingt mich ein.

Die ganze Station besteht aus einem Gitterboden, der nicht nur für frischen Wind von unten sorgt, sondern auch den weiten Blick in die Tiefe zulässt.

Auf einen Körper im freien Fall wirken keine Kräfte außer die eigene Gewichtskraft. Rechnet man sich die 220 m mal mit der Erdanziehung aus, sind das sagenhafte sieben Sekunden freier Fall – das ist verdammt lange!

Es ist soweit, mein Neuseeländer führt mich an die Sprungkante. Der Guide mit dem Hut, der das Seil hinterher schmeißt, zählt runter: Drei, zwei, eins….

Mit einem leicht unsicheren Lächeln gehts in die Tiefe. 
7 Sekunden freier Fall – 7 Sekunden Gedanken: 

Hält das Seil? 
Ist das Seil dran?
 
Was mache ich hier eigentlich? 
Warum bin ich so schnell? 
Warum werde ich immer schneller?

Ui, ist das heftig! 
Jetzt darf aber nicht schief gehen. 
Warum schreie ich eigentlich nicht? 
Müsste ich nicht langsam das Seil merken?

Was mache ich hier eigentlich?
Ich sollte schreien.

Vorbei! Das Seil dehnt sich auf Maximallänge, ich stoße einen Freudenschrei aus und das Blut schießt mir in den Kopf. Überglücklich, dass das Seil doch dran ist, geht es mit einem Affenzahn wieder nach oben. Ich werde dermaßen hochkatapultiert, dass es sich fass wie ein zweiter Sprung anfühlt.

Ich habe das Gefühl, dass meine komplette Blutmenge nun in meinem Schädel ist, aber es fühlt sich trotzdem super an. Mittlerweile realisiere ich die grandiose Aussicht auf das Tal und pendel so vor mich hin. Das Stalseil kommt neben mir herunter und das Einhaken funktioniert glücklicherweise problemlos. Die Guides ziehen mich hoch und mir wird nochmal bewusst, wie hoch ich eigentlich bin. Das war einfach nur atemberaubend!

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Höchster Bungee Sprung in Europa – Die Kosten

Der Spung erleichtert dich um stolze 255 CHF (2022 ca. 250 Euro). Rabatt gibt es u. A. Für Studenten, die für 195 CHF springen können. Pro fallenden Meter ist das mehr als einen Franken oder einen Euro. Aber jeder Taler lohnt sich meiner Meinung nach.

Wenn du den Jump hinter dir hast und noch einen draufsetzen möchtest, bietet das Trekking Team unter Anderem auch Rückwärts- oder Nachtsprünge an.

Fazit zum Sprung

Mein erster Bungee Jump war ein Tandemsprung aus einer Höhe von ca. 50 Meter. Absolut nicht zu vergleichen mit diesem Abenteuer. Das Seil war bei der kurzen Distanz sehr hart, der freie Fall war in Windeseile vorbei und eine schöne Aussicht gab es auch nicht wirklich. 

Bei höchsten Bungee Jump Europas genießt du eine einmalige Kulisse in der südlichen Schweiz. Der freie Fall ist gar nicht in Worte zu fassen und aufgrund der Höhe ist der Zug des Seils sehr angenehm. Im Anschluss habe ich übrigens erfahren, dass der freundliche Guide mit dem Hut Anton heisst und der Gründer von 007bungy.ch ist.

Wenn du noch nach einem Abenteuer suchst, welches dich aus den Socken haut, setze den 007 Jump unbedingt auf deine Bucket List!

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